Blohm & Voss Ha 139

Letztes Update der Liste am: 27.01.2017

Anmerkung:     Mit dieser Darstellung wollen wir vom Team "Luftwaffe-zur-See" den Leser über den letzten Kenntnisstand informieren und gleichzeitig zur Mithilfe beim Aufspüren weitere Details anregen. Natürlich können nicht alle Informationen über die Ha 139 berücksichtig werden weil infolge von nicht mehr original vorhandenen Akten / Dokumente oder auch die entsprechende Nachweise einfach fehlen oder den Rahmen der hier aufgeführten Daten sprengen würden.

Zeitgenössische Postkarte, Ha 139 V1 bei der Erprobung bei B&V auf der UnterelbeDas DLH-Seeflugzeuge Ha 139 V2 "Nordwind" bei Wasserstart
Ha 139 V2 "Nordwind" mit Tarnanstrich , Kennung P5 + KH der Sonderstaffel "Trans-Ozean"Die Ha 139 B V3, W.Nr. 217, Kennung: P5 + GH mit Minensuchring bei der Erprobung
beim SVK in Kiel

Techn.DatenHa 139 AHa 139 B
Spannweite:27,00 m29,50 m
Länge:19,50 m19,65 m
Höhe:4,50 m4,80 m
Schwimmerspur:6,00 m6,00 m
Aerodynamische Fläche:117 m²130 m²
Leergewicht:10.360 kg10.410 kg
Fluggewicht,Schleuderstart:17.500 kg17.550 kg
Fluggewicht, Wasserstart:16.000 kg16.050 kg
V max in Bodennähe:315 km/h325 km/h
Reisegeschwindigkeit260 km/h270 km/h
Ladegeschwindigkeit:105 km/h110 km/h
Steiggeschwindigkeit:k.a.4,5 m/s
Steigzeit auf 1.000 m:k.a.4 min.
Gipfelhöhe:5000 m5500 m
Reichweite:5300 km5900 km
Triebwerke:4x Jumo 205 C4x Jumo 205 C
Leistung:4x 600 PS4x 600 PS
Besatzung:4 (5) Pers.4 (5) Pers.
Baubeschreibung:
Typ :Katapultfähiges viermotoriges Langstrecken-Seeflugzeug
Typbezeichungen:Blohm & Voss Ha 139
Baureihe:A , B
Produktionszeit:1935 - 1937
Stückzahl:3
Rumpf:Ganzmetall - Schalenbauweise mit ovalem Querschnitt
Tragfläche:Freitragender Tiefdecker, Knickflügel nach unten. Tragfläche dreiteilig, Aufbau aus Ganzmetall. Zentraler Rohrholm, im Mittelteil aus Stahl und zugleich Kraftstoffbehälter, daran angesetzt Katapultbeschläge und Schwimmeraufhängung, in den Außenteilen aus Dural. Der Mittelflügel ist blechbeplankt, die Außenflügel sind stoffbezogen. Vierteilige Spreizklappen zwischen Querruder und Rumpf.
Leitwerk:Das Höhenleitwerk mit zwei im Schraubenstrahl liegenden Seitenleitwerke ist hoch über den Rumpf spritzwasserfrei montiert. Höhenflosse über dem Rumpf auf einem Pylon liegend und an jeder Seite durch zwei Parallelstiele zum Rumpf hin abgestrebt. Höhenruder mit Trimmkante. Doppelte Seitenleitwerke als Endscheiben (Ha 139 A) oder in der Höhenflosse eingesetzt (Ha 139 B). Alle Flossen sind blechbeplankt, alle Ruder stoffbespannt.
Schwimmwerk:Zwei einstufige Ganzmetallschwimmer mit stark gekielten Boden, unterteilt durch eine Längswand und Querschotten in zwölf wasserdichte Abteilungen, mit einen Inhalt von je 12.500 Liter, unter den beiden Innenmotoren. Das Innere ist von je einen Einstieg am Bug und Heck durch Schottüren begehbar. Beide Schwimmer durch Rohrholme zu den Flügelholmen abgefangen. Strebenverkleidung stromlinienförmig mit großer Tiefe.
Triebwerk:Vier Junkers Jumo 205 C flüssigkeitsgekühlte Sechszylinder-Gegenkolben-Schweröl-Reihenmotoren mit 4x 600 PS Startleistung. Junkers-Hamilton-Dreiblatt-Metall-Verstell-Luftschrauben von 3,30 m Durchmesser. Kraftstoffkapazität 6.560 Liter im Rohrholm des Innenflügels, Schmierstoffkapazität 600 Liter.
Bewaffnung:Ha 139 B > 1x MG 204 ( 20 mm ) bzw. später 1x MG 131 (13 mm) und 3x 7,92 mm MG 15

 

Einzelnachweise:

W.Nr.Typ:Zulassung:Kennung:Ereignis:
 181Ha 139 A / V1  D - AMIE
 " Nordmeer "
  P5 LH
  • 00.00.1935- Die Deutsche Lufthansa erteilte Blohm & Voss den Auftrag zur Entwicklung von katapultfähigen See-Postflugzeugen. Chefkonstrukteur Richard Vogt entwickelte daraufhin das größte Zweischwimmer-Flugzeug der Welt die Ha 139.
  • 00.10.1936 - Erstflug absolviert. Anschließend beginn der B & V Werkserprobung auf der Unterelbe bei Kollmar / Pagensand
  • 27.02.1937 - B.A.L. (Bauaufsichts-Leitung des Reichsluftfahrtministerium) Abnahme
  • 05.03.1937 - Überführt zur DLH nach Travemünde
  • 19. bis 22.03.1937 - Meßflüge mit Katapultstart auf "SCHWABENLAND" in Kiel. Ingesamt 8 Katapultstarts mit von 11,2 to bis zu 17,0 to Fluggewicht.
  • 02.04.1937 - In Travemünde gemeldet, Erprobungsflug
  • 11.08.1937 - Überführungsflug von Travemünde über Lissabon nach Horta / Azoren
  • 15.08. bis 18.11.1937 - Beginn der Erkundungsflüge auf der Südroute des Nordatlantiks mit den Ha 139.
        6 Nordatlantikflüge der V 1 "Nordmeer" fanden zwischen Katapultschiff "SCHWABENLAND" in Horta / Azoren und Katapultschiff "FRIESENLAND" in New York City statt.
  • Winter 1937 / 1938 - Zurück nach Finkenwerder zum Werk, Umbau des Leitwerkes und die Kühler wurden unter den Flügeln verlegt.
  • 24.05. / 08.06.1938 - gemeldet bei B & V in der Werkserprobung.
  • 21.07. / 19.10.1938 - Erneute Testflüge auf dem Nordatlantik zwischen den Azoren und New York. Die Ha 139 "Nordmeer" bewältigte diese Strecke zehn Mal.
  • 17.10.1938 - DLH Antrag für Landegenehmigung für "Nordmeer" in Bathurst, Brit. Gambia, Genehmigung erteilt durch den Government Landing Authorizations Bathurst.
  • 29.10.1938 / 22.04.1939 - Es begann der regelmäßig Einsatz der Maschinen, nach dem Scheitern zur Erteilung der Postlizenz über den Nordatlantik durch die Amerikaner, auf der Luftpoststrecke über den Südatlantik zwischen Bathurst (Gambia) und Natal oder Recife (Brasilien) . Die Ha 139 "Nordmeer" bewältigte diese Strecke 17 Mal.
  • 29.08.1939 - Noch im Ausland befindliche Flugzeuge der DLH: Ha 139 "Nordmeer" liegt in Las Palmas.
  • 30.08.1939 - Vom Luftamt im Reichsluftfahrtministerium ergeht an die DLH Befehl, Transozeanflug einzustellen.
  • 31.08.1939 - Alle Seeflugzeuge der Deutschen Luft Hansa werden zur Verfügung des Generals der Luftwaffe beim Oberbefehlshaber der Marine abgestellt.
  • 09.09.1939 - Aufstellungsbefehl: Mit sofortiger Wirkung wird die Sonderstaffel "Trans - Ozean" aus den in der Heimat befindlichen und in der Heimat zurückkehrenden Transozeanflugzeugen aufgestellt. Aufstellungsort: Travemünde. Es werden zugewiesen und ausgerüstet: 2 Do 24, 4 Do 26, 3 Ha 139.
  • 16.09.1939 - Die DLH ist angewiesen worden , das gesamte Flugbootmaterial sobald wie möglich nach Deutschland zu überführen.
  • 06.10.1939 - Travemünde, Landung Ha 139 "Nordmeer", Führer: Flugkapitän Emmerich, nach 17stündigen Flug von Las Palmas kommend.
  • 14.10.1939 - Trimmflug mit Ha 139 "Nordmeer" ergibt unzureichende Flugeigenschaften bei der vorgesehenen Schwerpunktlage nach Ausrüstung (Bewaffnung).
  • 00.10.1939 - Übernahme in die Sonderstaffel "Trans-Ozean" mit der Kennung: P5 + LH.
  • 02.07.1940 - gemeldet bei E-Stelle Travemünde, Transportflug Travemünde - Rantum - Travemünde.
  • 16.11.1940 - gemeldet bei Sonderstaffel Tr.O.in Travemünde, Schul- und Übungsflüge
  • 31.01.1941 - Sonderstaffel "Transozean" aufgelöst. Maschine wurde in I.Gruppe / Kampfgeschwader 40 eingegliedert, danach bei der Küstenfliegergruppe 406 geführt, zeitweise Einsätze von Norwegen aus.
  • 13.04. / 15.04.1941 - gemeldet in Travemünde, Feindflug Travemünde - Narvik - Drontheim - Travemünde.
  • 20.04.1941 - Als Navigationsflugzeug bei der Flugzeugführerschule C 17 (See) in Pütnitz eingesetzt.
  • 23.10.1941 - General der Luftwaffe beim Oberbefehlshaber der Marine Ober-Quartiermeister stellt auf Anfrage des X. Fl.Korps nach gestellung einer Ha 139 für Sonderaufgabe Afrika folgene Feststellung: 2 Ha 139 A bei Flugzeugführerschule Pütnitz.
  • 31.01.1944 - Im den Bestandslisten des Chef des Genstab / Ob.d.Lw. werden noch 2 Ha 139 bei den Schulen geführt
  • 15.03.1944 - Fl.Pl.Kdo. A 23 / III, techn. Leitung Pütnitz meldet Prüfflug mit P5 + LH.
  • Weitere Verbleib zur Zeit unklar oder unbekannt, wahrscheinlich verschrottet.
 182Ha 139 A / V2  D - AJEY
 " Nordwind "
  P5 KH
  • 00.00.1935 - Die Deutsche Lufthansa erteilte Blohm & Voss den Auftrag zur Entwicklung von katapultfähigen See-Postflugzeugen. Chefkonstrukteur Richard Vogt entwickelte daraufhin das größte Zweischwimmer-Flugzeug der Welt die Ha 139.
  • 19.04.1937 - Erstflug absolviert. Anschließend beginn der B & V Werkserprobung auf der Unterelbe bei Kollmar / Pagensand
  • 00.07.1937 - Überführt zur DLH nach Travemünde
  • 00.08.1937 - Überführungsflug von Travemünde über Lissabon nach Horta / Azoren
  • 30.08. bis 06.11.1937 - Beginn der Erkundungsflüge auf der Südroute des Nordatlantiks mit den Ha 139.
    8 Nordatlantikflüge der V 2 "Nordwind" fanden zwischen Katapultschiff "SCHWABENLAND" in Horta / Azoren und Katapultschiff "FRIESENLAND" in New York City statt.
  • Winter 1937 / 1938 - Zurück nach Finkenwerder zum Werk, Umbau des Leitwerkes und die Kühler wurden unter den Flügeln verlegt.
  • 01.03.1938 - DLH Antrag für Landegenehmigung für "Nordwind" in Bathurst, Brit. Gambia, Genehmigung erteilt durch den Government Landing Authorizations Bathurst.
  • 18.03. / 20.04.1938 - gemeldet bei B & V in der Werkserprobung.
  • 13.05. / 10.06.1938 - Erste Testflüge wurden mit der "Nordwind" auf dem Südatlantik im Postdienst durchgeführt. Zwischen Bathurst ( Wasserstart ) und Recife ( Katapultstart von "FRIESENLAND" ) wurden ingesamt nach dem Muster 3 Hin- und Rückflüge durchgeführt.
  • 25.07. / 17.10.1938 - Erneute Testflüge auf dem Nordatlantik zwischen den Azoren und New York. Die Ha 139 "Nordwind" bewältigte diese Strecke zehn Mal.
  • 29.10.1938 - Es begann der regelmäßig Einsatz der Maschinen, nach dem Scheitern zur Erteilung der Postlizenz über den Nordatlantik durch die Amerikaner, auf der Luftpoststrecke über den Südatlantik zwischen Bathurst (Gambia) und Natal oder Recife (Brasilien) .
  • 02.12.1938 / 05.08.1939 - Regelmäßig Einsatz der V2 "Nordwind" auf der Luftpoststrecke über den Südatlantik zwischen Bathurst (Gambia) und Natal oder Recife (Brasilien) . Die Ha 139 "Nordwind" bewältigte diese Strecke 25 Mal.
  • 29.08.1939 - Noch im Ausland befindliche Flugzeuge der DLH: Ha 139 "Nordwind" liegt in Natal.
  • 30.08.1939 - Vom Luftamt im Reichsluftfahrtministerium ergeht an die DLH Befehl, Transozeanflug einzustellen.
  • 31.08.1939 - Alle Seeflugzeuge der Deutschen Luft Hansa werden zur Verfügung des Generals der Luftwaffe beim Oberbefehlshaber der Marine abgestellt.
  • 09.09.1939 - Aufstellungsbefehl: Mit sofortiger Wirkung wird die Sonderstaffel "Trans - Ozean" aus den in der Heimat befindlichen und in der Heimat zurückkehrenden Transozeanflugzeugen aufgestellt. Aufstellungsort: Travemünde. Es werden zugewiesen und ausgerüstet: 2 Do 24, 4 Do 26, 3 Ha 139.
  • 16.09.1939 - Die DLH ist angewiesen worden , das gesamte Flugbootmaterial sobald wie möglich nach Deutschland zu überführen.
  • 10.10.1939 - Travemünde, Landung Ha 139 "Nordwind", Führer Flugkapitän Wilhelm, von Las Palmas kommend nach Zwischenlandung in Friedrichshafen.
  • 00.10.1939 - Übernahme in die Sonderstaffel "Trans-Ozean" mit der Kennung: P5 + KH.
  • 07.11.1939 - Versuchflug mit Ha 139 "Nordwind" zur Erprobung neuen Navigationsgerätes und Zusammenarbeites mit den Kurzwellen-Peilstellen.
  • 13.06.1940 - Travemünde, FT-Probeflug
  • 25.07.1940 - Travemünde, Justierungsflug
  • 01.08.1940 - Verlegungsflug von Travemünde nach Brest
  • 02. / 18.08.1940 - 8 Transportflüge zwischen Brest und Travemünde
  • 18. / 25.08.1940 - in Travemünde gemeldet, u.a. zwecks 50 Std. Kontrolle.
  • 25.08.1940 / 00.03.1941 - Transportflüge im Pendelverkehr zwischen Brest - Travemünde - Drontheim und zurück.
  • 31.01.1941 - Sonderstaffel "Transozean" aufgelöst. Maschine wurde in I.Gruppe / Kampfgeschwader 40 eingegliedert, danach bei der Küstenfliegergruppe 406 geführt, zeitweise Einsätze von Norwegen aus.
  • 02.04.1941 - gemeldet bei E-Stelle Travemünde, Probeflug
  • 20.04.1941 - Als Navigationsflugzeug bei der Flugzeugführerschule C 17 (See) in Pütnitz eingesetzt.
  • 06.08.1941 - gemeldet bei FFS C 17 (See), Navigationsflug
  • 23.10.1941 - General der Luftwaffe beim Oberbefehlshaber der Marine Ober-Quartiermeister stellt auf Anfrage des X. Fl.Korps nach gestellung einer Ha 139 für Sonderaufgabe Afrika folgene Feststellung: 2 Ha 139 A bei Flugzeugführerschule Pütnitz.
  • 31.01.1944 - Im den Bestandslisten des Chef des Genstab / Ob.d.Lw. werden noch 2 Ha 139 bei den Schulen geführt
  • Weitere Verbleib zur Zeit unklar oder unbekannt, wahrscheinlich verschrottet.
 217Ha 139 B / V3  D - ASTA
 " Nordstern "
  P5 GH
  • 00.00.1935 - Die Deutsche Lufthansa erteilte Blohm & Voss den Auftrag zur Entwicklung von katapultfähigen See-Postflugzeugen. Chefkonstrukteur Richard Vogt entwickelte daraufhin das größte Zweischwimmer-Flugzeug der Welt die Ha 139.
  • 03.06. / 28.06.1938 - vermutl. Erstflug absolviert (03.06.). Anschließend bei der B & V Werkserprobung auf der Unterelbe bei Kollmar / Pagensand gemeldet.
  • 00.08.1938 - Übergabe an die Deutsche Luft Hansa
  • 12.09. / 19.10.1938 - Eingesetzt auf dem Nordatlantik, Testflüge azwischen den Horta / Azoren und New York. Die Ha 139 B "Nordstern" bewältigte diese Strecke 6 Mal
  • 17.10.1938 - DLH Antrag für Landegenehmigung für "Nordstern" in Bathurst, Brit. Gambia, Genehmigung erteilt durch den Government Landing Authorizations Bathurst.
  • 29.10.1938 - Es begann der regelmäßig Einsatz der Maschinen, nach dem Scheitern zur Erteilung der Postlizenz über den Nordatlantik durch die Amerikaner, auf der Luftpoststrecke über den Südatlantik zwischen Bathurst (Gambia) und Natal oder Recife (Brasilien) .
  • 12.11.1938 / 07.07.1939 - Regelmäßig Einsatz der V3 "Nordstern" auf der Luftpoststrecke über den Südatlantik zwischen Bathurst (Gambia) und Natal oder Recife (Brasilien) . Die Ha 139 "Nordstern" bewältigte diese Strecke 22 Mal.
  • 30.08.1939 - Vom Luftamt im Reichsluftfahrtministerium ergeht an die DLH Befehl, Transozeanflug einzustellen. Ha 139 B "Nordstern" befindet sich zur Zeit in grosser Kontrolle und Umbau ( verlängerten gläsernen Bug und vergrößerte Höhenleitwerke ) bei DLH Werft Travemünde
  • 31.08.1939 - Alle Seeflugzeuge der Deutschen Luft Hansa werden zur Verfügung des Generals der Luftwaffe beim Oberbefehlshaber der Marine abgestellt.
  • 09.09.1939 - Aufstellungsbefehl: Mit sofortiger Wirkung wird die Sonderstaffel "Trans - Ozean" aus den in der Heimat befindlichen und in der Heimat zurückkehrenden Transozeanflugzeugen aufgestellt. Aufstellungsort: Travemünde. Es werden zugewiesen und ausgerüstet: 2 Do 24, 4 Do 26, 3 Ha 139.
  • 00.09.1939 - Übernahme in die Sonderstaffel "Trans-Ozean" mit der Kennung: P5 + GH.
  • 27.09.1939 - Waffenausrüstung für Ha 139 festgelegt bis auf Heckstand, der noch zu prüfen ist.
  • 16.10.1939 - Trimmflüge mit verschiedener Lastigkeit. Die gemäß Aufrüstungsplan vorgesehene Schwerpunktlage ist wegen der schlechten Flugeigenschaften nicht durchführbar. Es wird noch untersucht, wie weit eine Änderung der Bewaffnung eintreten kann.
  • 17.10.1939 - Rücksprache mit Blohm & Voss ergibt, daß eine Änderung der Bewaffnung auf Schwierigkeiten stößt. Die Kanone kann aus konstruktiven Gründen nicht weiter nach vorn gesetzt werden, während die Versetzung der beiden MG-Stände nur geringen Einfluß hat.
  • 06.12.1939 - Die Fertigung der Ha 139 B ist soweit fortgeschritten, daß die Waffenlieferungen drängt. Die E-Stelle wird darauf aufmerksam gemacht, daß , falls die angeforderten Lafetten nicht in den nächsten Tagen kommen, diese vorläufig aus Flugzeugen der E-Stelle ausgebaut werden müssen. Desgleichen fehlen noch die geschützten Öltanks und Teile der Funkgeräte.
  • 14.12.1939 - Bei den Einbau der geänderten Steuerung an der Ha 139 B stellt sich heraus, daß diese in der vorliegenden Form nicht entspricht. Um einen Durchgang zur vorderen Kanzel zu schaffen ist die Stoßstange für das Höhenruder nach der Mitte verlegt und ein Klappsteuer eingebaut worden sodaß eine wahlweise Bestätigung vom rechten oder linken Führersitz möglich ist. Hierdurch treten in dem Lager der Stoßstange seitliche Kräfte auf, die ein Verkanten und erhebliche Schwergängigkeit bewirken. Nach Rücksprache mit Blohm & Voss muß für das Lager eine andere Ausführung gesucht werden.
  • 27.12.1939 - Blohm & Voss teilt mit, daß die Anlieferungen der neuen Steuerungsteile sich bis in die ersten Januar-Tage hinziehen wird.
  • 29.12.1939 - Anschießen sämtlicher Stände der Ha 139 B auf dem Schießstand. Beim Schießen mit MG 204 achteraus mit geringer Erhöhung ergeben sich nach Verfeuern von 3 Trommeln Spantbrüche im Rumpf, die auf dem Mündungsdruck zurückzuführen sind. Es ergibt sich die Notwendigkeit, die Spanten durch Blechbeplankung an dieser Stelle zu verstärken.
  • 09.01.1940 - Am 08.01. wurden die Verstärkungen der Rumpfspanten und Außenhaut beendet, die bei der Ha 139 B durch das Kanonenschießen beschädigt worden waren. Das Anschießen wurde anschließend wiederholt, wobei sich keine Beschädigungen mehr zeigten. Es wurden daraufhin die Restarbeiten in Angriff genommen, es stehen noch aus:
    • Wechseln und Einstellen der Propeller,
    • Beendigung des Instrumenteneinbaus ,
    • Halterung für Munition ,
    • Dichtigkeitsprüfung der Treibstoff- und Schmierstoffleitungen und
    • Einbau neuer Propellerhauben.
  • 17.01.1940 - Stand der Transozeanstaffel am 17.01. : Ha 139 B sollte abgenommen und eingeflogen werden, ist voll aufgerüstet. Einsatzbereitschaft in einer Woche nach ersten Flug.
  • 18.01.1940 - Ha 139 B wird von Flusi "GREIF" an Bord genommen und zur "FRIESENLAND" gebracht. Anschließend auslaufen der "FRIESENLAND" , um dem Flugzeug im freien Wasser die Möglichkeit für die ersten Probeflüge zu schaffen. Der starke ablandige Wind der letzten Tage hat das Eisfeld der Ostsee so weit verschoben, daß sich in der inneren Travemünder Bucht wieder einen größere freie Wasserfläche gebildet hat, die für die geplanten Versuche ausreicht. Trotz wiederholter Vorwärmung des Kühl- und Schmierstoffe gelingt es bei der herrschenden Kälte ( ca. - 20°C ) nicht , die Motoren zum Anspringen zu bringen.
  • 19.01.1940 - Das am Vortage noch offene Wasser hat sich über Naccht wiederum vollständig mit Eis bedeckt. Die "FRIESENLAND" geht daher Anker auf und dampft durch das Eis nach der mittleren Ostsee. Gegen Mittag wird eine kleine Wake von 800 x 600 m gefunden und das Schiff geht an den Eisrand. Das Flugzeug word ausgesetzt und macht von hier ausgehend einen ca. 1 stündigen Flug zur Bestimmung der Stabilitätswerte und Flugeigenschaften. Das Ergebnis zeigt, daß bei Kampfbesetzung der 3 hinteren Stände Sich eine gerade noch tragbare Schwerpunktlage ergibt. Bei dem anschließend durchgeführten ersten Meßflug wird festgestellt, daß die Geschwindigkeit durch die zusätzlichen Anbauten um ca. 40 km zurückgegangen ist.
  • 06.03.1940 - Die Mündung der Trave ist zeitweilig eisfrei, sodaß eine Katapultstart mit P5 + GH zum Probeflug, Einweisung der Besatzung und Navigationsübung durchgeführt werden kann. Anschließend Überführung des Flugzeuges nach Friedrichshafen zur Schießausbildung.
  • 16.03.1940 - Friedrichshafen, das Flugzeug P5 + GH fällt für die Ausbildung zunächst aus, da 2 Motoren infolge Schäden gewechselt werden müssen und die Ersatzmotoren wegen Transportschwierigkeiten auf sich warten lassen.
  • 17.06.1940 - Auf fermündlichen Antrag von LC 2 verfügt O.Qu.: BV 139 B ist für Sonderversuchsaufgaben SVK an C-Amt abzugegeben. Wird durch Fa. Blohm & Voss abgeholt.
  • 00.07.1940 - Umbau zum Minensuchflugzeug mit sogenannten Mausi-Ring.
  • 15.08.1940 - gemeldet auf E-Stelle Travemünde, Probeflug Finkenwerder > Travemünde > Finkenwerder
  • 19. / 28.08.1940 - bei Blohm & Voss, Finkenwerder zur Erprobung gemeldet, dabei wurde die bekannten Fotos gemacht die die BV 139 V3/U1 nach dem Umbau zeigen.
  • 23.10.1941 - General der Luftwaffe beim Oberbefehlshaber der Marine Ober-Quartiermeister stellt auf Anfrage des X. Fl.Korps nach gestellung einer Ha 139 für Sonderaufgabe Afrika folgene Feststellung: 1 Ha 139 B bei E-Stelle Travemünde, unbewaffnet. Obgleich nach bisherigen Erfahrungen Bewaffnung für Durchführung Aufgabe nicht unbedingt erforderlich, ist diese dem X.Fl.Korps sehr erwünscht. Es wird daher versucht, von E_Stelle Travemünde Ha 139 B frei zu bekommen. Voraussetzung ist daß Flugzeug bis 15.11. einsatzbereit gemacht werden kann.
  • 24.10.1941 - Betrifft Gestellung 1 Ha 139 für x.Fl.Korps ist von CL und Chef AW vereinbart, daß der für Führung des Flugzeuges vorgesehende Ltn. Wölke von Seenotdienstführer Mittelmeer die Ha 139 B in Travemünde selbst besichtig und fliegt und daß durch diesen die Entscheidung über die Brauchbarkeit für den vorausichtlichen Einsatz festgestellt wird. Ha 139 B in Travemünde liegt unbenutzt bei E-Stelle, kann ohen Schwierigkeiten mit 3x MG 15 aufgerüstet werden. Der Wiedereinbau der LB 204 erscheint unzweckmäßig, da durch diese die fliegerischen Eigenschaften des Flugzeuges erheblich beeinträchtigt wird.
  • 29.10.1941 - Ltn. Wölke teilt nach Besuch bei E-Stelle Travemünde folgendes mit: Ha 139 B für Zwecke X.Fl.Korps geeigent. Erforderlich ist Einbau achtern MG 131, da sonst nicht der geringste Schutz nach Achtern vorhanden sit. E-Stelle sagt zu, daß Einbau ohne Schwierigkeiten zu machen ist. Ha 139 B einsatzklar 10.11.1941.
  • 30.10.1941 - Fernschreiben vom Gen.d.Lw.b.Ob.d.M. B.Nr. 8129/41 geh. an: Gen.Qu.Genst. 6.Abt. Betrifft Ha 139 B W.Nr. 217 für X.Fl.Korps :
    • 1.) Es wird gebeten Flugzeug Ha 139 B W.Nr. 217 dem X.Fl.Korps zuzuweisen. Abholung erfolgt durch X.Fl.Korps Ltn. Wölke
    • 2.) LC 2 / IV ( Technisches Amt / Flugzeuge ) ist durch Genst.6.Abt.( Abteilung Rüstung ) anzuweisen:
      • a) Flugzeug in Travemünde flugklar zu machen.
      • b) Wiedereinbau 3 MG 15 zu veranlassen.
      • c) Einbau MG 131 in Rückenstand durchzuführen. MG 131 kann durch Lz.Grp.See gestellt werden.
      • d) Wiedereinbau der FT-Geräte
      • e) Einbau Heyde M 17
      • f) Einbau Beobachtungsluke und Geräte für astronomische Navigation. Einbaufragen sind mit E-Stelle Tarvemünde geklärt.
    • 3.) LE (Nachschubamt) ist zu veranlassen 1 Satz Flugzeugausrüstung 30044 umgehend an LZA Travemünde für Ha 139 B W.Nr. 217 zuzuweisen.
    • 4.) Es wird gebeten, Gen.d.Lw.b.Ob.d.M. ergangene Befehle nachrichtlich zuzuleiten.
  • 04.11.1941 - Fernschreiben von LC 2: Das Flugzeug Ha 139 B W.Nr. 217 ist für den Einsatz bei der Truppe sofort in flugklaren Zustand zu bringen. Außerdem sind die 3 MG 15, FT-Anlage wieder einzubauen. Zusätzlich ist auf dem Rumpfrücken anstelle des D 204 1 MG 131 in D 30 und in der Kanzel den Abtriftmesser Hexde M 17 einzubauen. DLH Werkstätten TA TRavemünde wird mit der Durchführung dieser Arbeiten beauftragt. Dringlichkeit SS. Fertigstellung bis spätestens 25.11.1941.
  • 04.12.1941 - Fernschreiben an X.Fl.Korps, Athen. Betrifft Ha 139 B für Sonderunternehmen.
    E-Stelle Travemünde meldet Fertigstellung Ha 139 B bis auf Schießflug und 17 to-Start. Sofortiges Eintreffen Abholbesatzung wegen Einfriergefahr erforderlich.
  • 18.12.1941 - Fernschreiben von Seenotzentrale Athen: Wegen Fehlens Überführungsbesatzung und anderer Aufgabenstellung wird auf Flugzeug BV 139 verzichtet.
  • Weitere Verbleib zur Zeit unklar oder unbekannt, wahrscheinlich verschrottet.

Sources: Literatur:  Die deutsche Luftrüstung 1933 - 1945 ; Flugbuch Atlantik, Deutsche Katapultflüge 1927–1939 ; Luftfahrt International Heft 19, 20, 21
Flugzeuge der Deutschen Lufthansa 1926 bis heute
Dokumente: KTB (Kriegstagebuch) des General der Luftwaffe beim Oberbefehlshaber der Kriegsmarine / Oberquartiermeister ; KTB der Sonderstaffel Trans - Ozean ;
diverse Fotobelege ; Diverse Flugbücher ; Bestandslisten des Generalluftzeugmeister 31.01.1944
Website:  www.adl-luftfahrthistorik.de ; www.luftwaffe-research-group.org ;