Fl.B 408 - 412

Schiffsdaten
Schiffstyp:Flugbetriebsboot Klasse B IV (2.Version)
Bauwerft:Gebr. Kröger Yacht- und Bootswerft, Warnemünde
Auftragserteilung:1936
Baujahr:1938
Stückzahl:(insgesamt 14)
Baunummer:???
Indienststellung:Fl.B 408 - 20.03.1939
Fl.B 409 - 20.03.1939
Fl.B 410 - 20.03.1939
Fl.B 411 - 20.03.1939
Fl.B 412 - 20.03.1939
Schiffsmaße
Länge u.a.:24,45 m
Breite:4,50 m
Tiefgang:1,30 m
Seitenhöhe:2,16 m
Verdrängung:43 t
Antrieb
Maschine:2x MWM 6zyl., 4 takt. DM,
Typ RS 125 SU mit Büchi-Aufladung
Propeller:2x 3flügel Schrauben mit je 0,83 m Ø
Leistung:2x 400 PSe bei 1100 U/min = 800 PSe
Vmax:21,5 kn (~ 40 km/h)
Seeausdauer:520 sm / 21,5 kn bei 3,6 t Öl
Sonstiges:
Besatzung:8 Mann
Verwendung:See-Flugbetrieb / Seenotdienst / U-Jäger
Ausrüstung:Flatter-Feuerlöschanlage bestehen aus:
1x 2 zyl. Junkers DM mit 50 Pse und
1x Pumpe Schaumerzeug. mit 1500 l/min
1x Schlepphaken 4,8 to Trossenzug
Bewaffnung:2x MG 15 oder 1x 2cm Flak; MES-Anlage
intern. Rufzeichen:Fl.B 408 - DVCG
Fl.B 409 - DVCH
Fl.B 410 - DVCI
Fl.B 411 - DVCJ
Fl.B 412 - DVCK
Schiffsnamen:Flagge:Eigner:
Fl.B 408
Fl.B 408DRReichsluftfahrtministerium
Fl.B 409
Fl.B 409DRReichsluftfahrtministerium
Fl.B 410
Fl.B 410DRReichsluftfahrtministerium
Fl.B 411
Fl.B 411DRReichsluftfahrtministerium
Fl.B 412
Fl.B 412
UJ 124
DRReichsluftfahrtministerium
Kriegsmarine (1944)

 

Baubeschreibung:Verdrängerboote in Kompositbauweise, bei denen Spanten, Querschotte, Decksaufbauten und Motorenfundamente aus SM-Stahl ausgeführt waren. Außerdem war eine Feuerlöschanlage und einer Pumpe zur Schaumerzeugung eingebaut. Damit konnten die Boote in begrenzten Umfang zum Löschen kleinere Motorenbrände eingesetzt werden. Die Boote waren mit Schlepphaken mit 4,8 to Trossenzug zum Schleppen von Seeflugzeugen ausgerüstet. Bis Seegang 6 einsatzfähig.

Lebenslauf:
Datum:Ereignis:
Fl.B 408
20.03.1939Abgeliefert und zugewiesen der Seenotbezirksstelle (L) Bug auf Rügen / Liegehafen Zingst.
01.11.1939Stationiert in Zingst unterstellt der Seenotbezirksstelle (L) Bug auf Rügen
00.08.1941Stationiert im Seenotbereich IV / Seenotbezirksstelle (L) Pillau / Widau.
13.03.1942Sobald Durchführung möglich sind zu verlegen: Bereich SNDF Mitte, FL.B 408 nach Langerooge.
25.04.1942Verlegung der Boote nach dem Schwarzen Meer. FL.B 408 in Schlepp von Hamburg nach Dresden.
05.05.1942Weitertransport der Boote auf dem Landwege erst am 09.05.42 möglich, da Strecke und Transportmittel z.Zt. durch Transporter und S-Boote der Marine stark beansprucht.
30.05.1942Die für das Schwarze Meer bestimmten SN-Boote FL.B 404, 408 und 415 sind in Regensburg eingetroffen und befinden sich im zusammenbau auf der Hitzler-Werft. Beendigung der Arbeiten vorraussichtlich Mitte Juni.
30.06.1942FL.B 408, 404 und 415 nach dem Schwarzen Meer in Konstanza eingetroffen.
03.07.1942FL.B 408, 404 und 415 beim Seenotbereichskommando (SNBK) XII eingetroffen.
12.01.1944SBK XII (Odessa) meldet: Vor Hafen von Odessa Abschuss eines russ. Jägers durch FL.B 408.
20.08.1944Versenkt durch Fliegerbomben in Konstanza.
Fl.B 409
20.03.1939Abgeliefert und zugewiesen der Seenotbezirksstelle Kiel-Holtenau / Liegehafen Tarnewitz.
01.11.1939Stationiert in Tarnewitz unterstellt der Seenotbezirksstelle (L) Kiel-Holtenau
26.07.1940FL.B 409 bisher E-Stelle Tarnewitz, für Abgabe vorgesehen und bereitgestellt für Seenotdienst bei Lfl. 2.
00.09.1940Seenotzentrale (L) Nord, Seenotflottille Wilhelmshaven.
10.09.1940Von Lt. Kreuzfeldt; Fliegerhorst Wilhelmshaven: Bei Mellum – Plate ist heute Nacht ein engl. Flugzeug abgeschossen worden. FL.B 409 soll auf Befehl von Hptm. Wiegmink (Flg.Horstkdt.) dort Trümmer bergen. An Adj. Fliegerhorst für Hptm. Wiegmink: FL.B 409 soll nicht auslaufen, da bereits ein Boot unterwegs.
10.09.194319:15 h - in Stralsund eingelaufen.
04.10.194307:30 h – ausgelaufen aus Stralsund nach Rostock.
07.10.194306:00 h – ausgelaufen aus Stralsund nach Rostock.
16.12.1943FL.B 409 war aktiv mit List.
19.08.1944Seenotflottille 80 / Wilhelmshaven.
09.10.1944Dienststelle Aalborg / Osteinsatz.
25.04.1945Fahrklar in Aalborg.
Weiterer Verbleib zur Zeit unbekannt.
Fl.B 410
20.03.1939Abgeliefert und zugewiesen der Seenotbezirksstelle (L) Bug a. Rügen / Liegehafen Dievenow.
01.11.1939Stationiert in Dievenow unterstellt der Seenotbezirksstelle (L) Bug a. Rügen
27.05.1940Fernschreiben an Luftzeuggruppe ( See ) Kiel: FL.B 423 Wangerooge und FL.B 410 Langeooge können zur zeit keinen Funkverkehr machen, da sie keie Faut haben und die neue Seenotsignaltafel noch nicht verausgabt ist. Es wird daher gebeten, die Ultra Kurzwellengeräte für FL.B 410 und FL.B 423 nach Wangerooge bzw Langeooge beschleunigt anzuliefern. Seenotzentrale ( Luft ) Nord, Nr.: 2721.
00.10.1940Seenotbereich III / Seenotbezirksstelle (L) Norderney.
22.10.1940Vermisste He 115, M2+ DL von Staffel 3./ Kü.Fl.Grp.106 ist bei Norddeich glatt gelandet und soll eingeschleppt werden. FL.B 410 ist zur Bergung ausgelaufen und schleppt Maschine nach N'ey ein. Eingetroffen um 14:30 h , Maschine unbeschädigt.
24.11.1940FL.B 410 hat Trümmer eines Flugzeuges gefunden, vermisstes Flugzeug ist wahrscheinlich abgestürzt. FL.B 410 sucht weiter. Vermisstes Flugzeug ist S4+ DK von der Staffel 2./ Kü.Fl.Grp. 506.
12.12.1940FL.B 410 nach Borkum auf Fahrt. Ablösung für FL.B 413.
07.12.1941Ausgelaufen aus Rotterdam zwecks Überführung zum Mittelmeer.
02.02.1942Eingelaufen nach 57 Tagen (zugefrorene Kanäle und Schleusen) in Chalon-sur-Saône.
24.02.1942Gen.d.Lw.b.Ob.d.M. an Marine-Verbindungsstab A II Rom: Für die letzte Gruppe der zu überführenden 5 FL.B.-Boote ( 410, 210, 207, 214 und 212) für den 25.02.42 Gestellung italienischer Lotsenoffiziere in Port Louis erbeten. Gem. fmdl. Mitteilung Wastiko liegen die Boote noch bei Chalons sur Saone wegen niedrigen Wasserstandes fest.
28.02.1942Restliche 5 FL.B-Boote (2.Staffel) um 08:00 h nach Port Louis ausgelaufen.
02.03.1942Lw.-Kontrollinspektion Ia 1 drahtet: Restliche Flugsicherungsboote sind in Marseille / Port St.Louis, sind anschließend von Portt St.Louis in See gegangen.
07.03.1942KSG 2 meldet, daß FL.B-Boote der 2.Staffel am Bestimmungsort eingetroffen sind. Alle Boote bis auf FL.B 212 einsatzbereit.
28.04.1942KSG 2 meldet , daß FL.B 410, 214 und 212 am 23.04.52 durch das Zielschiff GITTA CENOVA beschädigt wurden. Die Boote sind nicht einsatzbereit. Schäden können mit eigenen Mittel nicht beseitigt werden. Havarie-Berichte folgen.
10.02.1943SNDF 2 (Süd) meldet: Das FL.B 402 wegen veralterter Bauart für Seenotzwecke sehr ungeeignet und bittet um Austausch. Es wird vorgeschlagen, FL.B 402 gegen das dem Kampfschulgeschwader 2, Stefano, zugewiesene FL.B 410 (neue B IV Bootsbauart) auszutauschen. FL.B 410 wird z.Zt. im Schießbetrieb in unmittelbarer Nähe der Küste eingesetzt und kann durch ein Boot ältere Bauart ersetzt werden.
13.02.1943Gen.d.Lw.b.Ob.d.M. ist mit Vorschlag einverstanden.
06.04.1943FL.B 410 versenkt in Trapani, durch Bombenangriff und durch Torpedotreffer ital. M.A.S.-Boote.
09.04.1943SNDF 2 (Süd) drahtet: Ausfall FL.B 410 und 428 durch Totalverlust, erbitten Ersatz umgehende zusätzliche Zuweisung von 2 FL.B.-V.-Booten.
Fl.B 411
20.03.1939Abgeliefert und zugewiesen der Seenotbezirksstelle (L) Kiel-Holtenau / Liegehafen Holtenau.
01.11.1939Stationiert in Holtenau unterstellt der Seenotbezirksstelle (L) Kiel-Holtenau
00.05.1941SNDF Mitte / Rerik.
00.09.1941SNDF Nord / Drontheim.
11.07.1942SBK VIII drahtet: FL.B 411 in Uthaug unklar, Kurbelwelle des Steuerbordmotors gebrochen.
29.07.1942Da Grundüberholung FL.B 411, lt. Mitteilung SNDF 5 (Nord) in Norwegen nicht durchführbar wird Überführung zur Bootswerft Travemünde erforderlich.
04.08.1942Nach Eintreffen FL.B 525 am Bestimmungsort verlegt FL.B 411 zur Werftüberholung nach Travemünde.
05.02.1943SNDF 1 ( Mitte) meldet: FL.B 411 (Bootsführer Fw. Klein) auf der Überführungsfahrt von Borkum nach Terschelling von engl. Flugzeugen mit Bordwaffen angegriffen. 1 Toter, 1 Schwerverletzter, 1 Leichtverwundeter. Boot beschädigt und auf Strand gesetzt. Nähere Angaben folgen.
10.02.1943SBK V meldet: Bergung FL.B 411 aufgegeben, da durch Sturm völlig zerstört. Es konnten nur noch Trümmer geborgen werden. Zusatz von Kadoschub: SNDF 1 ist beauftrag, die Trümmer, wenn auch nur Schrottwert, zu bergen und sicherzustellen.
12.02.1943SBK V meldet: Nach Feindangriff bei Vlisland auf Strand gesetztes FL.B 411 durch Seegang völlig zerstört. Motor herausgebrochen und versandet, Bergung unmöglich, Totalverlust.
Fl.B 412
20.03.1939Abgeliefert und zugewiesen der Seenotbezirksstelle (L) Bug a. Rügen / Liegehafen Bug.
01.11.1939Stationiert in Bug unterstellt der Seenotbezirksstelle (L) Bug a. Rügen
1942 / 1943Überführt zum Mittelmeer, dort versenkt ??
08. - 13.04.1944Im Trockendock von Bassins de Raudoup (Dock 3) in Marseille.
09.10.1944An Kriegsmarine leihweise abgegeben.
15.01.1945FL.B 412 in Stralsund als UJ 124, Kommandant Ob.Fähnrich z.See Todenhagen, in Dienst gestellt.
26.01.1945Laut Befehl der Skl wurde FL.B 412 als Fangboot für die Seehundausbildung bei den K.d.K. Verbänden eingesetzt.
Weiterer Verbleib zur Zeit unbekannt.